Marschenverband Schleswig-Holstein - Startseite
Marschenverband Schleswig-Holstein
 

Marschenverband Schleswig-Holstein setzt auf "Wind für Wasser"

Bagger
Statt eines Spatens nutzte Verbandsvorsteher Hans-Rudolf Heinsohn - fachmännisch unterstützt - einen Bagger für den "ersten Spatenstich". (Foto: DHSV/Kienitz)
Erster Spatenstich für das Projekt in Norddeich

Norddeich/Hemmingstedt, 30. Juni 2011 - Erstmals in Schleswig-Holstein werden Maßnahmen zur Entwässerung der Landschaft mit regenerativen Energien gekoppelt. Durch den Bau von vier Windkraftanlagen in der Gemeinde Norddeich, Dithmarschen, soll langfristig die Gewinnung der Energie gesichert werden, die benötigt wird, um die Schöpfwerke in der Region zu betreiben.

Projektträger und Eigentümer der Anlagen ist der Marschenverband Schleswig-Holstein, ein Zusammenschluss der Wasser- und Bodenverbände an der Westküste. Der "Startschuss" für das Projekt erfolgte jetzt durch den ersten Spatenstich. Die Windkraftanlagen sollen bereits 2011 in Betrieb genommen werden.

"Der Klimawandel ist mittlerweile zu einer festen Größe bei Planungen der Wasserwirtschaft geworden. Darüber hinaus steigen die Energiepreise. Wir müssen deshalb zum Einen unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht werden und zum Anderen die bei der Entwässerung anfallenden Energiekosten reduzieren", erläuterte Verbandsvorsteher Hans-Rudolf Heinsohn. Ergänzend führte Geschäftsführer Matthias Reimers auf, warum in Zukunft deutlich mehr Energie bei der Entwässerung in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen eingesetzt werden muss:

1. Durch natürliche Veränderungen (Verschlickungen) im Küstengebiet verschlechtert sich die freie Entwässerung durch die Deichsiele.
2. Aufgrund des Meeresspiegelanstiegs kommt es zu geringeren Sielzugzeiten; es gibt also weniger Zeiten, in denen das Binnenlandwasser in die Nordsee fließen kann.
3. Das Speichervolumen in den tideabhängigen Flüssen, zum Beispiel in der Eider, verringert sich durch Aufschlickung. Daher muss das Wasser über zusätzliche Schöpfwerke in die Nordsee gepumpt werden.
4. Eine Folge des Klimawandels sind auch mehr extreme Wetterereignisse, die wiederum veränderte Anforderungen an die Schöpfwerke zur Folge haben.

Um den steigenden Unterhaltungsaufwendungen der Wasser- und Bodenverbände gerecht zu werden, sollen künftig verstärkt regenerative Energien eingesetzt werden. Alle 193 Mitgliedsverbände des Marschenverbandes haben sich daher zur "Wind für Wasser GmbH" zusammengeschlossen, die mit den Windkraftanlagen in Norddeich ihr erstes Projekt umsetzt.

Der Marschenverband sieht sich mit dem Vorhaben in einer langen Tradition: Bereits seit Jahrhunderten wird Windkraft genutzt, um Wasser aus den niedriger liegenden Flächen hinter die Deiche oder Schleusen zu pumpen. In früheren Zeiten wurden dazu Windmühlen mit Direktantrieb zu Pumpen oder Schaufelrädern konstruiert. Heute hingegen geschieht die Entwässerung über den "Umweg" der Stromerzeugung.

Der Projektträger, der Marschenverband Schleswig-Holstein e.V., ist ein Anfang der 1930-er Jahre gegründeter Zusammenschluss der Wasser- und Bodenverbände von der dänischen Grenze bis zum Hamburger Randgebiet. Aufgrund seiner landesweiten Bedeutung widmet sich der Interessenverband überregionalen Problemen der Wasserwirtschaft. Darüber hinaus stellt der Verband, der eine Beitragsfläche von etwa 400.000 Hektar Land repräsentiert, auch ein wichtiges Sprachrohr für die Interessen der Bevölkerung an der gesamten schleswig-holsteinischen Nordseeküste dar.









Marschenverband
Marschenverband Schleswig-Holstein e.V.
Meldorfer Straße 17
25770 Hemmingstedt
 
Telefon (0481) 68 08-0
Telefax (0481) 68 08-60
Öffnungszeiten
Mo - Fr: 8.00 - 12.00 Uhr
Mo - Do: 14.00 - 16.00 Uhr